Stadtgeschichte

Die Stadtgeschichte Herzogenraths

Die  Geschichte der Stadt Herzogenrath ist eine Geschichte, wie sie in einem guten Märchenbuch unter der Rubrik “ Es war einmal Europa” stehen könnte.

Die ursprüngliche Besiedlung

Die Gegend um Herzogenrath war schon früh besiedelt. Prähistorische Funde an der Wurm (Faustkeile und primitives Steinwerkzeug) lassen darauf schließen, dass die Gegend bereits um etwa 500.000 v. Chr. von Fischern und Jägern besiedelt gewesen sein muss. Solche Funde wurden beispielsweise in Höhe des Hotels zur Brücke in Herzogenrath gemacht als man dort Regenrückhaltebecken baute. Den Besiedelungen der Altsteinzeit folgten normadisierte Volksstämme, die ebenfalls durch unsere Gegend zogen. Interessant in diesem Zusammenhang sind neuste Funde in Baesweiler, wo man eine alte Steinzeitsiedlung derzeitig ausgräbt. Auch keltische Stämme waren in Herzogenrath angesiedelt.

So fand man bei Restaurationsarbeiten an der Pfarrei Sankt Gertrud in Herzogenrath Überreste einer alten Keltensiedlung. Sankt Gertrud heisst auch Afden. Afden ist keltischen Ursprungs und bedeutet Siedlung am Fluss.

Viva Romana

Auch den Römern war die Gegend nicht fremd. Um etwa 50 n. Chr. kamen sie in unsere Region. Nachgewiesen sind größere Römersiedlungen in Coriovallum (Heerlen). Derzeitig wird auch in Baesweiler eine große Römersiedlung freigelegt. Darüber hinaus fand man 2004 auch in Kerkrade abermals bedeutsame römische Fundstücke. Auch im direkten Herzogenrather Umland hinterließen die Römer ihre Spuren. Auf niederländischer Seite fand man römische Villen in Rolduc auf dem Kloosterveld, im Oranjeplein in Oud Erenstein im Brughofweg, in Terwinselen bei Mac Donalds und viele mehr. Ein römischer Tempel wurde bei Nieuw Erenstein gefunden. Hinzu kommen zahlreiche Einzelfunde, wie Gräber, Meilensteine und anderes. Auch in Herzogenrath selbst finden sich die Spuren der Römer. In Herbach liegen die Fundamente einer alten Römervilla und besonders wichtig waren die Nivelsteiner Sandwerke, wo die Römer schon frühzeitig den wertvollen Sandstein förderten. Ein Sarkophag der dort gefunden wurde aus der Römerzeit, findet sich heute auf dem Gelände von Burg Rode. Innerhalb der 400 Jahren, in denen die Römer unsere Landschaft besiedelten blühte das Land um Rode geradezu auf. Der Grund hierfür war, dass die Römer wichtige Heeresstraßen durch unser Gelände führten und somit Waren aller Art durch das Herzogenrather Umland transportiert wurden. Diese wichtige Heeresstraße von Köln aus kommend führte zunächst an Rimburg (alte Römerfestung) vorbei über Heerlen, Maastricht, Tongeren bis hin nach Boulogne sur-Mer an der französischen Küste. Grund für diesen enormen Straßenbau war nicht der Handel, sondern vielmehr die strategische Bedeutung. Die Römer mussten ihr gewaltiges Imperium vor Invasoren und Aufständen sichern. Dafür benötigten sie Nachschubwege, über die sie in kurzer Zeit riesige Heere bewegen konnten. Insoweit verwundert es nicht, dass es gerade römische Soldaten waren, die die Römerstrassen bauten. Insgesamt entstanden so in der Zeit der römischen Herrschaft in weiten Teilen Europas Straßennetze von Ausmaßen über 100.000 km hinweg. Die Römer rotteten bis 57 nach Christus den in unserer Region angesiedelten germanischen Stamm der Eburonen aus und siedelten statt dessen westlich der Wurm die germanischen Stämme der Segnier und Condrusen und östlich der Wurm die Ubier an. Durch diese Mischung verschiedener germanischer Stämme gelang ihnen schließlich die Befriedung der Gegend. Die neu angesiedelten Stämme profitierten durch die römische Vorherrschaft. Zahlreiche Römer siedelten selbst nahe der römische Heeresstraße und wurden sesshaft. Nachdem die Römer schließlich besiegt waren und sich aus unserem Breitengrad zurückziehen mussten, siedelten sich die Franken während der großen Völkerwanderung in unserem Bereich an.

Kaiserpfalz und Normannenkriege

In unmittelbarer Nähe zu Herzogenrath entstand das Zentrum des Frankenreiches. Dieses Reich umfasste zur Zeit Kaiser Karls halb Europa.  Er ließ nicht nur seine Pfalzkapelle in Aachen errichten, sondern versammelte an seinem Hofe zahlreiche führende Gelehrte und Künstler. Bildung war für Kaiser Karl immens wichtig, so dass auch ein Impuls für die Region vom Hofe ausging. Nach seinem Tod 814 und der späteren Erbfolge an seine drei Enkel, zerfiel das Reich jedoch schon bald wieder.

Unter karolingischer Herrschaft gelangten zahlreiche Geistliche und Adlige zu großem Wohlstand. So kam es, dass aus dem Norden die Normannen, Nordmänner oder auch Wikinger genannt, sich auf den Weg machten, um Europa zu plündern. Es kling erstaunlich, aber bei ihren Beutezügen drangen sie weit ins Landesinnere vor. Um etwa 880 überfallen sie Tongeren, Maastricht, Lüttich und Köln. Aachen ergibt sich sogar widerstandslos. In unserer Region kommt es zu einer Umstrukturierung der Machtverhältnisse. Als die Beutezüge der Normannen schließlich um etwa 1000 n.Chr. enden, gehört die Feste Rode den Grafen von Saffenberg. Erwähnt wird 1004, in den anales rodenses, Adalbert von Saffenberg als Besitzer der Burg Rode.

Herrschaft Saffenbergs

Um etwa 1000 herum war die römische Heerstraße von Rimburg nach Herzogenrath verlegt worden , wahrscheinlich, weil man glaubte mit einer Höhenburg eine Zollstelle besser sichern zu können als mit einer Wasserburg. Diese Zollstelle befand sich in der Passage an der Flussüberquerung und Handelsleute mussten hier für die Überquerung bezahlen. Der Zoll war fällig als Schutzgeld für die Sicherheit der Händler und gleichzeitig wurde davon der Straßenausbau finanziert. Zudem verlieh diese Zollstelle dem Landesherren auch sehr viel Macht und Einfluss, da er nicht nur Geld in die Kassen spülte, sondern auch gewisse Kontrollmöglichkeiten auf Warenverkehr in andere Landesteile erlaubte. Die Saffenberger schufen gleichfalls die historische Beziehung der Stadt Herzogenrath zu Mayschoss an der Ahr. Dort hatten sie ihren Familienstammsitz auf einer gewaltigen Höhenburg (der Saffeburg) im Ahrtal. (Nähere Informationen hierzu finden sie auf der Seite des Fördervereins Saffenburg. Klicken sie hier.) Zahlreiche Schenkungen an das Kloster Rolduc ließen über Jahrhunderte hinweg den Kontakt zu Herzogenrath wachsen, da in Mayschoss an vielen Stellen der Klosterwein gekeltert wurde.

Die Burg in Herzogenrath diente von jeher nur als Feste, zu keiner Zeit wohnte jemand auf der Burg als Adelssitz.

Herrschaft der Herzöge von Limburg

Die begehrte Zollstelle schürte bei zahlreichen Adelshäusern der Region immer wieder Neid. Es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen der Saffenberger mit den Herzögen von Limburg, wobei auch die hölzerne Kirche von Kerkrode (Kerkrade) niedergebrannt wurde. Gleichzeitig befand sich das Haus Limburg jedoch in einer fundamentalen Krise. Das Haus Limburg war aus dem Königshof Baelen hervorgegangen, zunächst als Grafschaft gegründet worden  und schließlich zum Herzogtum aufgestiegen,

Während der erste Graf von Limburg noch dabei war sein Reich zu festigen und weiter auszubauen, trachtete sein Sohn, Heinrich I, bereits danach es auch territorial zu erweitern. Er galt allgemein als Unruhestifter der Region. Dennoch wird das Herzogtum Lothringen 1101 durch Heinrich IV an ihn übertragen. Beim Streit zwischen Kaiser Heinrich IV und seinem Sohn Heinrich V stand Heinrich I von Limburg jedoch auf Seiten von Kaiser Heinrich IV und hatte sich zusammen mit seinem eigenen Sohn Walram erfolgreich hervorgetan. Nach Ableben von Kaiser Heinrich IV hatte jedoch Heinrich I von Limburg nicht viel vom Kaisererben Heinrich V zu erwarten, da er zuvor auf Seiten dessen Vaters gegen ihn gekämpft hatte. Die Folgen waren verheerend für das Hause Limburg. Heinrich I wurde gefangen genommen und Heinrich V übertrug Amt und den Titel Herzog von Lothringen an Gottfried I von Löwen. Hierin liegt der brabantisch-limburgische Antagonismus begründet. Das Blatt für die Limburger wendete sich erst auf einem Hoftag zu Aachen im Juni 1128, als König Lothar zu Supplingenburg, der kurz zuvor erst zum König gewählt wurde, nicht dem Hause Brabant die Herzogwürde von Lothringen zuwies, sondern Walram von Limburg. Da aber Brabant ebenfalls nicht auf den Herzogtitel verzichten wollte und Walram von Limburg den Herzogtitel auch an seinen Sohn Heinrich II von Limburg mit Einverständnis König Lothars weitervererbte, gab es zeitweise sogar drei Herzöge in Niederlothringen. Da kam den Limburgern eine Gebietserweiterung um die Festung Rode und das Kloster Rolduc gerade Recht. Es kam zur Hochzeit zwischen Mathilde von Saffenberg mit Heinrich II von Limburg 1136. Mitgift war unter anderem Merkstein, aber wichtiger noch war der gleichzeitige Erwerb der Herrschaft Rode durch dei Limburger. Auf diese Weise festigten die Limburger durch Heirat ihre Stellung als bedeutsames Adelshaus, durch einen mächtigen Bündnispartner im Haus Saffenberg.

Münz- und Stadtrechte

Im Jahr 1282 billigte König Rudolf von Habsburg dem Grafen Reinald von Geldern, dass die Münzen des Herzogtums Limburgs fortan auch in Herzogenrath, welches schon Stadtrechte besaß gepunzt werden durften. Die Urkunde hierzu ist gleichzeitig die erste urkundliche Erwähnung von Herzogenerath als s´Hertogenrode oder Roda Ducis.

Herrschaft der Herzöge von Brabant.

Die Schlacht von Worringen entschied endgültig die Besitzverhältnisse an Herzogenrath, nachdem es Jahrhunderte lang immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen über die Herrschaft Rode gegeben hatte. Johann I von Brabant zählte zu den glücklichen Siegern der Schlacht. Fortan gehörte auch die Herrschaft Rode zu Brabant und wurde von Brüssel aus regiert. Zudem waren die Brabanter gleichzeitig Herrscher über Valkenburg und das Land von Dahlem geworden. Diese drei zusammen bezeichnete man als die drei Länder Overmaas. Jedoch waren die Länder Overmaas aufgrund verschiedener Faktoren nicht so rentabel wie ursprünglich gedacht. Brabant musste hohe Investitionen tätigen, um die Infrastruktur auch der Verwaltung erstmal wieder herzustellen. Herzogenrath wurde zum Hauptort im Land von Rode. Versuche das Land zu verpachten schlugen fehl. Folglich zog Herzogin Johanna von Brabant die Konsequenzen und übertrug das gesamte Gebiet an den Herzog von Burgund für dessen Söldnerdienste.

Ursachen für den Achzigjährigen Krieg

Mit der Übertragung der Gebiete an den Herzog von Burgund war eine neue Ära begründet worden. Langsam aber sicher erfolgte immer mehr eine Integration der Burgundischen Niederlande in das entstehende habsburgische territoriale Gefüge. Etwa um 1500 umfassten die Burgundischen Niederlande einen Bereich der heutigen Benelux Staaten nebst Teilen von Nordfrankreich. Das Land von Rode gehörte mit dazu. Durch Zweckheirat von Maria von Burgund und Maximilian von Österreich trat das Haus Habsburg im Jahre 1477 die Erbfolge der Burgunder an. Viele der niederländischen Generalstaaten opponierten gegen eine Einverleibung in die Habsburgischen Niederlande, jedoch anfangs ohne grössere Unterstützung der Bevölkerrung.

Erst Kaiser Karl V (zugleich Deutscher König, Herr der Niederlande und König von Spanien) gelang es alle Generalstaaten zu vereinen und politisch zu verknüpfen. Dies erreichte er jedoch teilweise nur durch kriegerische Auseinandersetzungen. Hinzu kam, dass der von Luther in die Wege geleitete Protestantismus in den niederländischen Generalstaaten schnell viele Anhänger fand und zwar in der Form des Calvinismus. Diese zunächst kleine Anhängerschaft, war bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts zum Hauptgegner der Inquisition aufgestiegen. Ihre Anhänger überzeugten nicht nur durch eine effektive Organisation, sondern auch durch ihren Bekehrungseifer und ihre radikale Staatsauffassung. Für sie galt der Widerstand gegen die Obrigkeit solange als gerechtfertigt, bis auch sie vom “wahren” Glauben bekehrt sei. Hiergegen ging Karl V mit absoluter Brutalität vor, da er streng katholisch war. So erliess er beispielsweise 1550 den Blutedikt. Die hierauf folgenden blutigen Gerichtsurteile endeten nicht selten in Hinrichtungen und Vertreibung der Protestanten aus ihren angestammten Gebieten. In Roda zählten etwa 100 Protestanten dazu. Die meisten von ihnen waren Mitglieder der Bürgerwehr und waren in zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen kampferprobt. Sie verliessen schließlich die Stadt zusammen mit ihrem protestantischem Pastor und zogen in die neue Hauptstadt des Reiches nach Gulpen. Zwar mussten die spanischen Niederlande für die meisten Kriege von Karl V gegen Frankreich und das Osmanische Reich enorme Summen aufbringen, doch wurde die spanisch-habsburgische Herrschaft nicht grundsätzlich in Frage gestellt, da Karl V im Gegenzug die meisten ständischen Privilegien duldete. In dieser Zeit herrschte in Herzogenrath Herzog Johann III, der Friedsame, der von Karl V 1355 eine goldene Bulle erhielt. Diese Bulle beinhaltete ein Sonderrecht der Einwohner von Limburg, Herzogenrath und Brabant, womit diese Schutz genossen vor Richtern des römischen Kaiserreiches. Sie durften weder festgenommen, richterlich befragt noch verurteilt werden. Diese Privilegien waren in der damaligen Zeit eine absolute Ausnahme.

Philipp II. bekam die Niederlande 1555 übertragen, womit sich auch die politische Lage im Land grundlegend veränderte. Seine frühabsolutistischen Herrschaftsintensivierungen stiessen vor allem beim politischen Hochadel auf Widerstand, da sich der Hochadel mehr und mehr von der realen Machtausübung ausgeklammert sah. Die Vertreterin von Philipp II. war nach dessen Abreise nach Spanien im Jahr 1559 Margarete von Parma, die aber wiederum nur ihre engsten Berater bei wichtigen Entscheidungen heranzog, ohne den Adel einzubeziehen. Für die Niederländer waren es vor allem zwei wichtige Bereiche, die zur Keimzelle des Widerstandes gegen die spanische “Fremdherrschaft” wurden. Zum einen war es die unerbittliche Ketzerverfolgung, zum anderen die permanente Anwesenheit von spanischen Truppen in weiten Landesteilen, die eher an eine Besetzung erinnerten. Das Truppenkontingent wurde jedoch abgezogen und durch niederländische ersetzt. Dies war günstiger als eine “Fremdarmee”, die von den Niederlanden finanziert werden musste. Die Kriege von Philipp II von Spanien mit Frankreich belasteten zudem Wirtschaft und Land stark, ohne den niederländischen Interessen zu dienen. Die Ketzerverfolgung blieb hingegen. Die überwiegend protestantischen Niederlande sollten unter Zwang den Weg zum “rechten Glauben” zurück finden und wieder katholisch werden. So war es nicht verwunderlich, dass besonders die Pläne zur Einsetzung neuer Bistümer auf heftigen Protest stiessen. Drahtzieher im Hintergrund war Granvelle, der 1561 zum Kardinal ernannt wurde und somit auch Primas der Niederlande wurde. Zudem schuf man drei neue Erzbistümer mit Mecheln, Cambrai und Utrecht mit insgesamt 14 Bistümern. Hierin lag der Versuch die Niederlande zu einer eigenen Kirchenprovinz zu machen, womit die bisherige Unterordnung unter Köln und Reims aufgelöst werden sollte. Was den niederländischen Adel aber noch mehr aufregte, als die Tatsache nicht befragt worden zu sein, war die Tatsache, dass man künftig nur noch studierte Theologen ordiniert werden sollten, womit gleichzeitig die Einnahmequelle des Bischofsamt für den Adel wegfiel. Gleichzeitig versuche Philipp II. mit dieser stärkeren Kontrolle vor Ort, die Inquisition im Land institutionell zu verankern. Diese war Aufgabe der Bischöfe und die mehrheitlich protestantischen Niederländer fürchteten sich vor den Auswirkungen der Intensivierung. Somit verzögerte sich die Gründung einer selbstständigen niederländischen Kirchenprovinz aufgrund des Widerstandes der Niederländer bis etwa 1570. Die starke niederländische Opposition im Hochadel geführt von Wilhelm von Oranien-Nassau verliess demonstrativ den Staatsrat und auch Margarete von Parma wollte fortan nicht mehr mit Granvelle zusammenarbeiten. Dies führte 1564 zu dessen Abberufung durch Philipp II in Brüssel. Dennoch blieb Philipp II uneinsichtig bei seinem Kurs, die Gegenreformation mit aller Härte durchzusetzen. Nachdem sich 1566 Teile des niederen Adels zusammenschlossen und von Margarete von Parma das Ende der Glaubensverfolgung verlangten, was sie nicht durchsetzen konnte, folgte Ende 1566 die Forderung nach völliger Religionsfreiheit und die Übertragung der Regierung an einheimische Edelleute. In dieser Forderung verbanden sich nun die wesentlichen Faktoren der politischen wie religiösen Unabhängigkeit zu einem gefährlichen Konflikt für die spanische Herrschaft. 1568 gingen die anfänglichen Unruhen in den 80. jährigen Krieg über.

Liebe Leser, bitte gedulden Sie sich noch ein wenig. Die Recherchen an diesem Punkt sind noch nicht abgeschlossen und werden in Kürze zu einem Ergebnis auf meiner Internet-Seite führen.

 

Im Wiener  Kongress 1814/1815 wurden Herzogenrath und Kerkrade willkürlich auseinander gerissen. Kerkrade fiel an die Niederlande während Hezogenrath Preußen wurde. Damit wurden nicht nur zusammenhängende Kulturdenkmale, wie etwa die Burg-Rode und das Kloster Rolduc auseinander gerissen, sondern auch Familien. Besonders gravierend zeigt sich die Auswirkung dieser politischen Fehlentscheidung auch heute noch. So hat die Pfarrei Sankt Mariä Himmelfahrt in  Herzogenrath heute noch Land in den Niederlanden und das Kloster Rolduc heute noch Land in Mayschoss, wo die Grafen von Saffenberg einst saßen, die 1104 den Bau des Klosters ermöglichten.

Bis vor  wenigen Jahren war die Neustrasse in Herzogenrath noch durch eine Mauer getrennt. Die linke Hälfte war niederländisch und die rechte Hälfte deutsch. Mittlerweile ist die Mauer nicht mehr vorhanden und die Strasse ist vereint und durch Kreisverkehre wird der europäische Gedanke weiter voran getrieben. Welche Probleme das mit sich bringt,  wenn man in der Mitte eines Kreisverkehres einen Unfall baut, braucht man wohl keinem zu sagen. Ganz zu schweigen von der richtigen Beschilderung, denn dies ist in den Niederlanden und Deutschland noch lange nicht das Gleiche.

Sie sehen, eine Stadt, die sich heute wie in ihrer Geschichte immer Mühe um das Miteinander gab und deswegen ein Musterbeispiel für Europa ist.